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Klassische Musik und Oper von Classissima

Alfred Brendel

Freitag 24. Februar 2017


ouverture

15. November

Transcendental - Daniil Trifonov plays Franz Liszt (Deutsche Grammophon)

ouvertureNur fünf Tage benötigte Daniil Trifonov, um für die Deutsche Grammophon alle Konzertetüden von Franz Liszt (1811 bis 1886) einzuspielen. Das ist eine ganz erstaunliche Leistung, denn diese Stücke gelten mit als das Schwierigste, was jemals für einen Konzertflügel geschrieben wurde.  In den Grandes Études de Paganini beispielsweise huldigte Liszt dem Geiger, den er sehr verehrte, indem er Themen aus einigen der berühmtesten Violinstücke des Meisters verwendete, um daraus mindestens ebenso virtuose Klaviermusik zu gestalten.  Die Drei Konzertetüden von 1849 „are Liszt's tribute to his beloved Italy, to the language of opera, an a case for piano as a singing instrument“, zitiert das Beiheft Trifonov. „Always an innovator, in these etudes, Liszt creates drama in and through harmony – leading the way to Wagner, and later to impressionism.“ Die zwei Konzertetüden von 1863, Waldes- rauschen und Gnomenreigen, sieht der Pianist als musikalische Gemälde: „They are not verbal but depictive works, atmospheric, like paintings by Caspar David Friedrich.“  An den Anfang aber stellte Trifonov die Études d'exécution transcendante, eine Sammlung von zwölf Konzertetüden, die nicht nur über ihre Tonarten miteinander verbunden sind. „The cycle reflects the journey of a hero (let us call him ,Liszt'). Each etude represents a particular stage in the hero's spiritual evolution, progressing from explosions of youthful energy (No. 1), growing increasingly complex through ,Eroica' (No. 7) and wild, as in ,Mazeppa' (No. 4), reaching a turbulent climax in the ,Wilde Jagd' (No. 8)“, so der Pianist. „That is the cycle's turning point. From the realization of the futility of the chase, the narrative arc moves from a state of nostal- gic longing in ,Ricordanza' (No. 9) to the meditative denouement of ,Chasse-neige' (No. 12).“ Einige seien eher atmosphärisch, andere eher programmatisch – aber keines dieser Musikstücke sei tatsächlich eine Etüde.  Extrem allerdings sind sie schon; auch heute noch sind diese Werke so- wohl emotional als auch technisch eine Herausforderung und ein Prüfstein für jeden Pianisten. Mancher Musiker betont ihre Brillanz; Trifonov stellt eher die meditativen, reflektierenden Aspekte in den Vordergrund. „Man muss Liszt ernst nehmen, um ihn gut zu spielen“, forderte einst Alfred Brendel – und der gerade einmal 25jährige Trifonov spielt ihn geradezu beunruhigend reflektiert. Virtuosität ist hier eher ein Nebeneffekt; dem Pianisten geht es um Ausdruck und Tiefe, nicht um Blendwerk und Geklin- gel. Damit kommt er Franz Liszt, der immer auch ein Suchender und ein Zweifler war, erstaunlich nah. Diese Aufnahme ist ohne Zweifel grandios – man darf allerdings gespannt sein, wie Trifonov solche Musik in 30 Jahren spielen wird. 

nmz - neue musikzeitung

8. Dezember

Graz: 200 Jahre Gegenwart der Kunst

Kunstuniversität Graz Die Universität für Musik und darstellende Kunst Graz begeht ihr 200-jähriges Jubiläum. Sie feiert im Studienjahr 2016/17 mit einem umfassenden Programmreigen mit Gästen wie Alfred Brendel, Martin Kušej, Händl Klaus oder Sven Helbig. Ein besonderer Fokus wird auf die Aufarbeitung von NS-Zeit und kultureller Grenzlandpolitik gelegt. Weiterlesen




Crescendo

12. Oktober

Eine Ära? Dass ich nicht lache!

Der große Pianist Alfred Brendel ist dieses Jahr 85 Jahre alt geworden. Nun wird er mit dem ECHO KLASSIK für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Darüber, dass mit seinem Abschied vom Konzertpodium eine Ära zu Ende gehen würde, konnte Alfred Brendel nur schmunzeln. Solche pathetischen Überhöhungen sorgen bei ihm höchstens für Satire, Hohn und Spott. Kein Wunder also, dass er das Szenario seines eigenen Rückzugs einst in einem seiner vielen Gedichte präzise und absurd ausmalte. Das Poem handelt von einem „119-jährigen Großverweser sämtlicher Sonaten, Balladen und Bagatellen“, der nach der zwölften Zugabe endgültig vom Podium abtritt. Just in diesem Moment kracht die goldene Bruckner-Orgel im Wiener Konzertverein zusammen und begräbt den Konzertflügel – die Statuen der „27 allergrößten Komponisten“ stürzen vom Sockel und „das linke Bein Schuberts“ fällt in den Schoß der Garderobiere vom Sacher. Mit anderen Worten: Der Abtritt eines Pianisten, auch eines Alfred Brendel, ist kein Beinbruch. Es wird auch weiterhin großartige Pianisten geben, die großartige Werke interpretieren. Und dennoch, ganz falsch ist der Satz vom Ende einer Ära dann auch wieder nicht. Alfred Brendel hat Musikgeschichte geschrieben, und zwar auf ganz unterschiedlichen Feldern: als Beethoveninterpret, natürlich, als jemand, der das Extrovertierte des Komponisten in so etwas wie Perfektion (dieses Wort würde er selbst wohl nie benutzen) verwandelt hat. „Equilibrium“ ist eines jener Worte, die Brendel gern benutzt: das Herstellen eines inneren Gleichgewichts. Und darin war er ein Meister. Er suchte nicht, wie viele andere Pianisten heute, das Unbalancierte, das Raue, das Gebrochene. Stattdessen ging es ihm stets um die Form. Brendel glaubt daran, dass Musik auch darin ihren Sinn haben könnte, das Archaische, das Natürliche, das Ungestüme und das Unausdrückbare in eine Form zu bringen und zu ordnen. Musik als Zähmung der eigenen Widerspenstigkeit vielleicht. So hat er es bei Beethoven gehalten, bei Schubert, bei Mozart und Liszt. Seine Interpretationen sind virtuos geordnete Extreme. Alfred Brendels Karriere ist eine Karriere jener Ära, als sich der Interpret noch als wahrhaftiger Hüter des Werkes und seiner Schöpfer verstand und sich gern selbst zurücknahm. Eine Ära, in der nicht mit der eigenen Biografie, mit Homestorys oder Klischees für die Musik geworben wurde, sondern als die Musik noch die einzige Werbung für die Musik war – das reine Spiel. Und vielleicht ist es das, was Brendels Interpretationen bis heute spannend macht: sein Verständnis von Musik als Spiel, als ernsthaftes, durchaus aber auch luzides Experiment, als Ort, an dem Ironie und Subversion ausprobiert werden können, aber stets unter dem Schutz des Großen und Ganzen, des Heiligen – des Klassischen. Alfred Brendel ist ein Kosmopolit. Er wurde 1931 in Wiesenberg in der Tschechoslowakei geboren, zog mit drei Jahren gemeinsam mit seinen Eltern nach Jugoslawien, wo die Familie eine Pension unterhielt, und studierte später in Graz – unter anderem bei Paul Baumgartner und Edwin Fischer. Neben seinen zahlreichen legendären Einspielungen, die zu seinem 85. Geburtstag im Januar in einer 114-CD-Box bei DECCA herausgekommen sind, war er einer der gefragtesten Liedbegleiter, unter anderem von Dietrich Fischer-Dieskau. Nach seinem Hörsturz im Jahre 2012 wurde es Brendel unmöglich, selbst zu musizieren, die Wahrnehmung der einzelnen Noten hat gelitten, und Mittelmaß wollte er, der Perfektionist, nicht abliefern. Dennoch war die Krankheit kein Grund für ihn aufzuhören. Seither erhebt er im Londoner Stadtteil Hampstead das Wort: als Schriftsteller von bissigen Gedichten, als Vermittler von Musik, als Lehrer – er gibt Vorträge, bekrittelt den modernen Musikmarkt, wehrt sich gegen die Schnelllebigkeit und die Schlampigkeiten von Schallplattenfirmen, Künstlern und besonders von Kritikern. Alfred Brendel gefällt sich in der Rolle des Kommentators, des moralisch Wahrhaftigen, des Beobachters, des Grandseigneurs. Und manchmal tut es ein bisschen weh, wenn er mit seinen Kommentaren dann eben doch Position für fragwürdige Dinge ergreift. Etwa, wenn er (mit vollem Recht!) das musikalische Bildungssystem in Europa angreift, um ausgerechnet das venezolanische „El Sistema“, das offensichtlich Teil einer politischen Diktatur ist, zum Vorbild zu erheben. Positionierungen, die ein wenig am Lack des ansonsten so humanistisch denkenden Pianisten kratzen. Natürlich unterrichtet Alfred Brendel noch immer. Denn in Wahrheit ist ihm durchaus klar, dass er vielleicht doch der letzte Vertreter einer großen Ära sein könnte. Und der selbst ernannte „Großverweser der allergrößten Kom­ponisten“ findet – zu Recht –, dass es ihm durchaus zustehe, sein Wissen an die Protagonisten der neuen Ära weiterzugeben. Mit dem Abtreten vom Konzertpodium ist er genau so sachlich umgegangen wie mit dem Wissen, dass auch seine Zeit nicht ewig ist: „Ich bin da immer Realist gewesen“, sagte er erst kürzlich dem Spiegel. „Ich mache mir nicht viel vor. Ich habe auch gar nichts gegen den Tod, wenn er rechtzeitig kommt.“ Aber der lässt sich hoffentlich Zeit. Und so greift Brendel weiterhin in die Gegenwart ein. Einer seiner erfolgreichsten Schüler ist Kit Armstrong – und an dessen Spiel zeigt sich vielleicht am besten, dass das Ende einer Ära immer auch der Anfang einer neuen ist: Armstrong hat die Klugheit Brendels, ist ebenso philosophisch, ein genialer Komponist – und als Pianist mit gleicher (ja, wir nennen es noch einmal so!) Perfektion ausgestattet. Aber Armstrong ist vielleicht noch transzendenter, ungreifbarer als sein Lehrer. Während Brendel bis heute noch mit einem Bein im Leben steht, ist Armstrong bereits einen Schritt weitergegangen – und steht nur noch im Kosmos der Musik. Seinen tatsächlichen Abschied vom Klavierspiel hat Brendel übrigens im Stillen zelebriert, in seiner Wohnung in London, an seinem eigenen Flügel – damals spielte er ganz für sich allein den langsamen Satz aus Beethovens „großer“ Sonate für Hammerklavier op. 106. Verstummt ist der Großmeister seither zum Glück nicht – er spielt nur keine Musik mehr.



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